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Es gibt wieder Neuigkeiten von unserer aktuellen Weltfreiwilligen Amelie aus Njombe/Tansania. Diesmal leider keine tollen. Aufgrund der Corona-Krise musste Amelie aus Sicherheitsgründen kurzfristig die Heimreise nach Deutschland antreten. Trotzdem berichtet sie noch von ihrem Dienst in der TEUMA-Bank, einer frohen Kunde aus dem Kindergarten und von der Baumpflanzaktion, die sie leider nicht mehr persönlich miterleben konnte.

Hallo ihr Lieben,

ich melde mich wieder aus Deutschland. Leider musste ich wegen dem Corona-Virus Tansania vorzeitig verlassen und bin seit einer Woche wieder hier in Deutschland. Weltwärts hat beschlossen, alle Freiwilligen zurückzuholen, weil die Gefahr besteht, dass die Grenzen geschlossen werden. Wir hätten somit nicht mehr die Möglichkeit, bei Problemen aus unseren Einsatzländern auszureisen. Trotzdem möchte ich euch erzählen, was in den letzten Wochen so in Tansania passiert ist.

Anfang März habe ich eine Woche im TEUMA-Mikrokreditinstitut, einem der größten Projekte der UVIKANJO, gearbeitet. Das Hauptziel der Organisation ist, die Armut in der Diözese Njombe zu bekämpfen und den landwirtschaftlichen Bereich zu fördern, indem Mikrokredite an Kleinbauern und Unternehmer gewährt werden, die bei großen kommerziellen Banken keinen Zugang zu Darlehen haben. Mein erster Tag in der Bank sah so aus, dass ich erst einmal alle Mitarbeiter kennengelernt habe. Insgesamt arbeiten dort ungefähr 10 Angestellte und mir wurde erklärt, wie die Bank funktioniert, wie man einen Kredit erhalten kann und wie hoch die Zinsen dafür sind. Am zweiten Tag habe ich dann schon konkrete Aufgaben bekommen. Alle Kontobewegungen von Kunden werden auf Papier festgehalten und dann in ein Computersystem übertragen. Auf dem Plan in dieser Woche stand, zu überprüfen, ob die Beträge auf dem Papier und im System übereinstimmen. Zusammen mit einem Mitarbeiter habe ich also die Zahlen verglichen, nach Fehlern gesucht und verbessert, Das hört sich zunächst langweilig an, war aber total interessant und mal eine Abwechslung zum Alltag mit den Kindern.

Und noch ein weiteres Projekt stand im März an: die Baumpflanzaktion. Erstmal erkläre ich euch, was es damit auf sich hat. Wie ihr ja wisst, hat letztes Jahr die Delegation nach Tansania stattgefunden. Die KjG hat beschlossen, für die Flüge der Delegationsteilnemer einen CO2-Ausgleich zu machen. Deswegen kam die Idee auf, die Baumplantage der Uvikanjo zu unterstützen. Insgesamt wurden ungefähr 1000 Euro gespendet und nach Tansania überwiesen. Das Vorhaben war, 4000 Baumsetzlinge auf 40 Hektar zu pflanzen. Genau am Tag der eigentlichen Aktion, der Baumpflanzung, ging schon mein Bus nach Dar es Salaam, weil ich ja leider überstürzt Njombe verlassen musste.

Doch es gibt auch noch eine sehr erfreuliche Nachricht aus Njombe. Der Pfarrer, der für den Kindergarten „Malaika Walinzi“ zuständig ist, hat endlich eine zusätzliche Mauer um das Grundstück des Kindergartens bauen lassen, sodass die Kinder zukünftig den Platz zum Spielen und Toben nutzen können. Deswegen habe ich zusammen mit einer Lehrerin Spielgeräte für die Kleinen ausgesucht: eine Schaukel, eine Rutsche und eine Doppelwippe. Gerade noch rechtzeitig am Abend vor meiner Abreise konnten wir die Lieferung aus Dar es Salaam in Empfang nehmen. Die Geräte wurden noch sicher im Kindergarten untergebracht, nur kann ich leider beim Aufbau und der Einweihung des Spielplatzes nicht mehr dabei sein.

In den letzten Wochen hat die Regenzeit das Wetter bestimmt. Der Klimawandel macht auch nicht vor Tansania halt. Normalerweise gibt es zwischen der kleinen Regenzeit im Dezember und der großen im März eine Regenpause. Doch seitdem ich vom Zwischenseminar im Januar zurückgekommen bin, hat es jeden Tag geregnet. Meistens war es vormittags heiß und schwül und nachmittags gab es dann heftige Schauer und manchmal Gewitter dazu. Meine Gastoma Susemarie meint auch, dass man seit ein paar Jahren das Wetter in Njombe nicht mehr einschätzen kann.

Zum Schluss möchte ich mich noch bei der KjG bedanken. Dank der Partnerschaft zwischen der UVIKANJO und der KjG ist es mir erst möglich gewesen, einen Freiwilligendienst in Tansania zu machen. Auch wenn ich nur ein halbes Jahr dort war, konnte ich viele neue Erfahrungen machen, nette Leute kennenlernen und hatte eine wunderschöne und spannende Zeit.

Daher „Asante sana“ (=Dankeschön).

Liebe Grüße Amelie

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